Jud süß – Film ohne Gewissen
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Jud süß – Film ohne Gewissen

Regie: Oskar Roehler

2010 114 Min.


AT / DE

Freigegeben ab 12 Jahren


Berlin 1939. Der mittelmäßig erfolgreiche, aus Österreich stammende Schauspieler Ferdinand Marian bekommt direkt von Joseph Goebbels die Rolle des „Jud Süß“ in dem gleichnamigen NS-Propagandafilm angeboten. Die Regie soll Veit Harlan übernehmen. Eine einmalige Karrierechance für Marian. Hin- und hergerissen weigert er sich zunächst, vor allem wegen der Einwände seiner Frau Anna und seiner Befürchtung, danach auf jüdische Rollen festgelegt zu werden. Doch nachdem Minister Goebbels immer stärkeren Druck auf ihn ausübt, willigt er ein. Marian versucht, sich und seiner Frau einzureden, er könne die Rolle so spielen, dass der Titel-Bösewicht zum Sympathieträger würde. Doch selbst diese fromme Absicht macht sich der Film geschickt zunutze – sie steigert am Ende sogar noch dessen Wirkung auf die Massen. Marians Verstrickung in die Folgen dieser genau geplanten filmischen Propagandawaffe ist nicht mehr aufzuhalten.
Schon während der Dreharbeiten spitzt sich die Situation in seinem privaten Umfeld zu. Durch seine zunehmende Veränderung abgestoßen, entfremdet sich seine Frau von ihm.
Im Gartenhaus der Familie hat zudem ein früherer Kollege von Marian, der jüdische Schauspieler Adolf Wilhelm Deutscher Unterschlupf gefunden. Das Dienstmädchen Britta verrät dies ihrem Freund, dem SA-Mann Lutz, der Deutscher verhaftet und deportieren lässt.
Marians persönliche Tragödie nimmt ihren Lauf. Der nationale und internationale Erfolg von Jud Süß, der bei der Festivalpremiere in Venedig auch einen italienischen Filmkritiker namens Michelangelo Antonioni begeistert, ist da nur ein kurzes, rauschhaftes Intermezzo. Zunehmend durchschaut der neue NS-Superstar die gesellschaftliche Wirkung seines Films und den verbrecherischen Charakter des Regimes, das sein Freund Deutscher ins KZ steckt.
Seine Alkoholexzesse und Seitensprünge sind verzweifelte Ablenkungsversuche – durch die er das Missfallen Goebbels’ erregt. Um ihn unter Kontrolle zu bringen, lässt der Minister Anna deportieren. Doch das beschleunigt Marians Niedergang nur noch, auch seine tschechische Geliebte ist für ihn kein Halt. Vom größten Erfolgsfilm seines Lebens will er nichts mehr wissen.
Nach Kriegsende erlebt Marian, wie sich die anderen am Film beteiligten Künstler reinwaschen, allen voran Regisseur Veit Harlan. Bei einem Sommerfest in München begegnet er dem KZ-Überlebenden Deutscher wieder, der ihm von Annas Tod berichtet. Als er auch noch mit ansehen muss, wie Vlasta mit einem US-Soldaten intim wird, bricht er zusammen. Er setzt sich ins Auto für eine Fahrt ohne Wiederkehr.

Stab

Regie
Oskar Roehler
Drehbuch
Klaus Richter
Kamera
Carl F. Koschnick
Szenenbild
Isidor Wimmer
Kostüm
Thomas Oláh
Maske
Björn Rehbein
Musik
Martin Todsharow
Herstellungsleitung
Alexander Glehr
Produzenten
Franz Novotny, Markus Zimmer

Besetzung

Tobias Moretti
Ferdinand Marian
Martina Gedeck
Anna Marian
Moritz Bleibtreu
Joseph Goebbels
Justus von Dohnányi
Veit Harlan
Armin Rohde
Heinrich George
Martin Feifel
Knauf
Ralf Bauer
Fritz Hippler
Robert Stadlober
Lutz
Paula Kalenberg
Kristina Söderbaum
Milan Peschel
Werner Krauß
Rolf Zacher
Erich Engel
Heribert Sasse
Wilhelm Adolf Deutscher
Anna Unterberger
Britta
Erika Marozsán
Vlasta
Gudrun Landgrebe
Frau Frowein
Johannes Silberschneider
Hans Moser

Partner